Status: in Bearbeitung

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

laut dem Bundesministerium für Gesundheit ist Sucht häufig mit dramatischen persönlichen Schicksalen verbunden. Sie betrifft beteiligte Familienangehörige ebenso wie Freundinnen und Freunde oder Kolleginnen und Kollegen.  Abhängigkeitserkrankungen sind schwere chronische Krankheiten, die zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und vorzeitiger Sterblichkeit führen können. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent auf 1.826 gestiegen. Das ist eine Steigerung das vierte Jahr in Folge. Die Stadt Augsburg hat sich mit einer grundlegenden Strategie zur Suchtprävention und -hilfe (vgl. BSV 21/06509) bereits auf den Weg gemacht, das Thema systematisch zu beleuchten. Sowohl im Büro für Kommunale Prävention als auch im Gesundheitsamt wurden zum Stellenplan mit Wirksamkeit des Jahres 2023 absehbar Personalkapazitäten geschaffen.

Eine ganzheitliche Sucht- und Drogenpolitik ist ein wichtiger Teil der Gesundheits-, Ordnungs-, Sozial- und Bildungspolitik der Stadt. Ziel einer städtischen Suchtpräventionspolitik soll es daher sein, Sucht zu verhindern, Suchtkranken zu helfen und die gesundheitlichen und sozialen Folgen von Suchterkrankungen möglichst gering zu halten. Hierbei sind auch die Zuständigkeiten der jeweiligen Träger – Land, Bezirk, Kommunen – zu berücksichtigen.

Um einen Überblick zu erhalten, wie sich die Lage in Augsburg derzeit gestaltet, stellen die Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CSU folgende Anfrage:

  1. Wie sieht aktuell die Drogensituation in Augsburg aus, welche Entwicklungen zeichnen sich ab?
  2. Wie sind Zuständigkeiten der Verwaltungsebene (Land, Bezirk, Stadt) mit Blick auf eine ganzheitliche Bearbeitung des Themas?
  3. Welche gesundheitspräventiven Maßnahmen unternimmt oder plant die Stadt, um die Ansteckungen durch Infektionskrankheiten (z.B. unsaubere Spritzen) zu reduzieren?
  4. Wie sieht die aktuelle Präventionsarbeit speziell im Bereich der „harten“ Drogen aus? Welche Akteure sind in der Präventionsarbeit tätig?
  5. Findet eine hinreichende Evaluation der Maßnahmen und ausgereichten Fördermittel statt bzw. wie kann diese optimiert werden?
  6. Welche Pläne gibt es im Hinblick auf die Drogensituation, die Präventionsarbeit und die Unterstützung von Abhängigen?
  7. Welche Herausforderungen ergeben sich aus den Nachwirkungen der Pandemie? Wie kann diesen adäquat begegnet werden?
  8. Wie gelingt die Zusammenarbeit im Arbeitsfeld Drogenhilfe zwischen der Stadt Augsburg und dort angesiedelten Trägern der Drogenhilfe, umliegenden Kommunen und dem Bezirk Schwaben?

Die Themen berühren die verschiedenen Geschäftsbereiche der Referate 2, 3, 4 und 7. Vor diesem Hintergrund ist eine abgestimmte, gemeinsame referatsübergreifende Bearbeitung und Beantwortung in den Ausschüssen des Sozialausschusses, Allgemeinen Ausschusses, Bildungsausschuss und Gesundheitsausschusses notwendig, bzw. eine schriftliche gemeinsame Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

grüne fraktion
  • Peter Rauscher
  • Dr. Stefan Wagner
  • Sabrina Koch
csu fraktion
  • Leo Dietz
  • Sabine Slawik
  • Josef Hummel

Beteiligte Personen