Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Planungen für den sog. Hall-Campus sind seit einiger Zeit wieder in der Diskussion. Anlass dafür ist die Sorge, dass für die neue Planung zahlreiche Bäume gefällt werden sollen. So organisierten Schüler*innen Ende Dezember sogar ein Baumfest.
Nach der Fertigstellung des Umbaus des Königsplatzes und der neuen Verkehrsführung mit der Unterbrechung der Konrad-Adenauer-Allee wurde die Hallstraße zur Erschließungsstraße für Anlieger*innen. Dies bot die Chance, die Situation in der Hallstraße und besonders im Vorbereich der dortigen Schulen neu zu denken und zu planen. Deshalb wurde im Jahr 2011 ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Prof. Bü Prechter, die Siegerin dieses Architekturwettbewerbs, entwarf einen neuen »Hall-Campus«, der in einem offenen Raum das Miteinander von Schulen und dem vielfältigen Leben in der Innenstadt gestalten soll. Seit Ende des Jahres 2013 ist der Vorentwurf abgeschlossen. Die Mitarbeiter*innen der Stadtplanung haben diese Planungen mit den Anlieger*innen und den beiden Schulen Anfang 2014 erörtert. Ein endgültiger Umsetzungsbeschluss durch den Stadtrat ist noch nicht erfolgt.
Seit der Auslobung und Entscheidung über den Wettbewerb sind inzwischen sieben Jahre vergangen. In dieser Zeit hat sich das Bewusstsein für die hohe Wertigkeit von Bäumen für das Stadtklima und die Aufenthaltsqualität nochmals weiter geschärft, was sich nicht zuletzt in dem hohen Engagement der Augsburger*innen in Fragen des Baumschutzes und in zahlreichen Verbesserungen und Verschärfungen zugunsten des Baumschutzes zeigt.

Unsere Fraktion stellt daher folgende Anfrage:

  • Wie waren die Vorgaben bezüglich der Grünsituation im Wettbewerb?
  • Was sieht der Wettbewerbsentwurf bezüglich der Bäume vor? Mit welcher Begründung?
  • Was war das Ergebnis der Erörterung der Vorplanungen mit den Schulen und Anwohner*innen?
  • Gab es Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange wie etwa des AGNF sowohl zum Wettbewerb als auch zu den Vorplanungen? Gibt es aktuelle Stellungnahmen? Wenn ja, welche Argumente wurden bzw. werden vorgetragen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, im Rahmen des Sieger-Wettbewerbsentwurfs bzw. im Rahmen der weiteren Planungen den existierenden Baumbestand – zumindest zu einem großen Teil – zu erhalten?
  • Sind die betreffenden Schulen seit 2014 weiter in den Planungsprozess eingebunden gewesen? Wenn ja, wie erfolgte die Einbindung? Wenn nein, warum erfolgte keine weitere Einbindung?

Beteiligte ehemalige Stadträt*innen: Eva Leipprand

Beteiligte Personen