Status: in Bearbeitung

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik verfügen die Augsburger Bürgerinnen und Bürger über das niedrigste Einkommen in Bayern. Allein ungefähr 4.000 Seniorinnen und Senioren oder erwerbsgeminderte Menschen sind in unserer Stadt auf Grundsicherung angewiesen. Gerade Rentnerinnen und Rentner mit niedrigem Einkommen können von Armut betroffen sein, aber auch Alleinerziehende bzw. viele weitere Menschen, welche sich in besonderen Lebenslagen befinden.

Diese Fakten haben viele Gründe und die hieraus folgenden Unterstützungsbedarfe werden, soweit es in ihrer Kraft steht, durch die Stadt aufgefangen.

Auch im Hinblick auf die historische Verantwortung gegenüber Menschen mit niedrigem Einkommen bzw. Menschen in Armut (siehe kürzlich stattgefundene Feierlichkeiten zum Jubiläum „500 Jahre Fuggerei“) möchte die Stadt mit Projekten, Aktionen und freiwilligen Leistungen Armut effizient bekämpfen.

Im Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschuss am 05.04.2022 hat das Sozialreferat einen Bericht über Angebote an Mittagstischen in Augsburg gegeben. Hierbei wurde deutlich, dass die bereits bestehenden Angebote nicht ausreichend sind, um gerade älteren Menschen mit ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.

Die Fraktionen von CSU und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN stellen daher folgenden Antrag:

  1. Das Sozialreferat erstellt ein Konzept für Angebote eines werktäglichen Mittagstisches in den Sozialregionen in Augsburg. Hierbei soll geprüft werden, inwieweit bestehende Angebote an Mittagstischen z. B. von Wohlfahrtsverbänden sowie Beratungs- oder Gemeinschaftsdiensten (z. B. Sozialpaten, MGT) in die Organisation bzw. Durchführung eingebunden werden können. Zur nachhaltigen Finanzierung ist die Akquise von Spenden bzw. die Gründung eines Fördervereins zu prüfen.
  2. Als ergänzendes Angebot wird in Zusammenarbeit mit der Augsburger Tafel geprüft, ob Mittagstische in den Sozialregionen mit einer wöchentlichen Ausgabestelle für Lebensmittel ergänzt werden können.
  3. Die ARGE der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege und der Seniorenbeirat sind in die Konzepterstellung in geeigneter Weise einzubeziehen.

Neben der Prüfung, ob eine Umsetzung des Angebots zu Ziff. 1 mit Hilfe der Wohlfahrtsverbände erfolgen kann, schlagen wir vor, auch auf Augsburger Gastronominnen und Gastronomen, Betriebskantinen, Caterer oder Hoteliers zuzugehen, um diese Angebote beispielsweise über ein Gutscheinsystem, in die Konzeption ergänzend einbeziehen zu können.

Diese festen und regelmäßigen Angebote in den Sozialregionen können zu Orten der Hilfe, des Austausches und der Geselligkeit für die Menschen werden. Mittagstische können so nicht nur Armut vorbeugen, ein gesundes Mittagessen bieten, sondern auch Einsamkeit bekämpfen und einen Beitrag für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.

Mit freundlichen Grüßen

grüne fraktion
  • Peter Rauscher
  • Melanie Hippke
csu fraktion
  • Leo Dietz
  • Ruth Hintersberger

Beteiligte Personen