Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
in den letzten Jahren ist eine zunehmende Aufstellung von sog. Heizpilzen in vielen Städten -so auch in Augsburg- zu beobachten. Dabei werden diese „Freiluftheizungen“ nicht nur im Winter auf Weihnachtsmärkten und vor Gaststätten betrieben, sondern auch während der Übergangszeiten oder an kühleren Sommerabenden in Biergärten, Terrassen von Restaurants und Cafes.
Aus Klimaschutzsicht sind Heizstrahler sehr kritisch zu beurteilen, sowohl mit Propangas betriebene, als auch elektrische Heizstrahler verursachen einen hohen CO2-Ausstoß.
Die Stadt Augsburg hat sich in zahlreichen Erklärungen, Programmen und Leitlinien zum Klimaschutz und zur Reduzierung des CO2-Ausstosses bekannt und verpflichtet. Der Einsatz für Energieeffizienz bei Gebäuden und Geräten, Bemü-hungen um eine Änderung des VerbraucherInnen- und NutzerInnenverhaltens, werden jedoch durch einen erhöhten Energiebedarf konterkariert. Dazu gehört der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß, der durch „die Beheizung der Straße“ entsteht.
Unsere Fraktion stellt daher folgenden
Antrag
Begründung
Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes macht deutlich in welch hohem Maß die „Heizungen im öffentlichen Raum“ Energie ineffizient nutzen und wie hoch der CO2-Ausstoß hierbei ist.
Beispiel:
Energieverbrauch: Betreibt man einen Gas-Terrassenheizstrahler eine Stunde lang, so reicht diese Energie aus, um einen gleich großen Raum drei – bis zehnmal (im Mittel sechsmal) so lange zu beheizen, wie die im Freien befindliche Fläche.
CO2-Ausstoß: Im Vergleich zum Beheizen einer gleich großen Wohnfläche eines Niedrigenergiehauses verursachen elektrische Terrassenheizstrahler etwa 4- bis neunmal (im Mittel 7,6-Mal) so viele CO2-Emissionen, gasbetriebene Terrassenheizstrahler verursachen etwa 3- bis zehnmal (im Mittel sechsmal) so viele CO2-Emissionen.
Auch das Europäische Parlament hat sich bereits mit der Problematik beschäftigt. „In seiner Plenarsitzung am 31.01.2008 forderte das europäische Parlament die Kommission auf, Zeitpläne für die Rücknahme sämtlicher Geräte, Anlagen und anderer energiebetriebener Produkte mit der schlechtesten Energieeffizienz wie beispielsweise Freiluftheizungen aufzustellen“ (Pressebericht des europäischen Parlaments).
Schon die Idee, „die Straße zu beheizen“, ist widersinnig. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der ehrgeizigen Klimaschutzziele in Deutschland und der gesamten EU. Es entbehrt jeglicher Logik, Außenbereiche zu beheizen, während wir uns gleichzeitig bemühen, beim Heizen von Innenräumen massiv Energie einzusparen. Aus Sicht des Klimaschutzes ist es nicht vertretbar, ein klimaschädliches Gerät zu nutzen, welches keinen essentiellen Nutzen aufweist.
Mit freundlichen Grüßen
Reiner Erben Martina Wild Eva Leipprand
Fraktionsvorsitzender stv. Fraktionsvorsitzende Stadträtin