Die grüne Stadtratsfraktion Augsburg hat ihr neues Positionspapier „Stadt der 686 Biotope – konsequent schützen und gezielt weiterentwickeln“ veröffentlicht. Es bündelt die Ergebnisse der Fachveranstaltung „Bei uns piept’s wohl! Warum wir Artenvielfalt brauchen und wie wir sie erhalten können“ mit der Biologin und Artenschutz-Expertin Lydia Möcklinghoff sowie zahlreichen Augsburger Verbänden und Initiativen. Augsburg ist mit Stadtwald, Lech, Wertach, Flussschotterheiden und 686 kartierten Biotopen ein Hotspot urbaner Biodiversität – gleichzeitig steht dieser Naturreichtum durch Klimakrise, Flächenversiegelung und Nutzungskonflikte zunehmend unter Druck. Das neue Positionspapier zeigt auf, wie Augsburg seine besondere Verantwortung ernst nehmen und zur „Stadt der 1000 Biotope“ werden kann.
Peter Rauscher, Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Umwelt- und Naturschutz, Klimaschutz und Artenschutz, erklärt: „Das Artensterben passiert nicht irgendwo, es passiert hier bei uns in Augsburg. Augsburg hat mit Stadtwald, Lech und den Flussschotterheiden einen Natur-Schatz, der weit über die Region hinaus einzigartig ist. Wenn wir weiter Lebensräume zerstören, sägen wir buchstäblich am Ast, auf dem wir sitzen. Mit unserem Positionspapier zeigen wir, wie wir diesen Schatz konsequent schützen und weiterentwickeln wollen: vom Stadtwald über die Heiden bis zur urbanen Wildnis mitten in der Innenstadt. Unser Ziel ist klar: von 686 kartierten Biotopen zur Stadt der 1000 Biotope – mit verbindlichen Regeln für jedes Bauprojekt. Augsburg soll Modellstadt für urbane Biodiversität werden – und Artenschutz muss zur Querschnittsaufgabe aller kommunalen Entscheidungen werden.“
Dr. Stefan Wagner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Waldpolitik, ergänzt: „Wir brauchen beides: klare Regeln und eine Vielzahl an praktischen Maßnahmen im Alltag. Das beginnt bei einem Biodiversitäts-Check für städtische Bauprojekte, geht über die insektenfreundliche Gestaltung von ‚Eh-da-Flächen‘ an Straßenrändern, auf Dächern und an Haltestellen bis hin zu Biotopverbund, Bodenversiegelungsverbotssatzung und ökologischer Landwirtschaft auf städtischen Flächen. Genauso wichtig ist gute Beratung – etwa durch die Insektenrangerin – und Bildungsarbeit über das Umweltbildungszentrum bis in die Stadtteile. Unser Papier macht deutlich: Artenschutz ist kein Luxus, sondern ein wichtiger Teil unserer Daseinsvorsorge. Und er gelingt nur gemeinsam mit Verbänden, Wissenschaft, Wirtschaft und engagierten Bürger*innen.“
https://gruene-fraktion-augsburg.de/unser-positionspapier-zu-artenvielfalt/