Status: beantwortet
ANTWORT DES WIRTSCHAFTSREFERATES VOM 24.03.2026
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Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
Der Jahreswechsel ist für viele Menschen ein Anlass zur Freude und zum gemeinsamen Feiern. Gleichzeitig wird der Einsatz privater Pyrotechnik von einem wachsenden Teil der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen. Besonders Familien, Tierhalter*innen, vulnerable Gruppen sowie Einsatzkräfte empfinden das ungeplante und unkontrollierte Abbrennen von Feuerwerkskörpern als erhebliche Belastung – sei es aufgrund gesundheitlicher Risiken durch Feinstaub, der Gefährdung durch unsachgemäße Nutzung oder der Lärmbelastung im städtischen Raum.
In Augsburg bestehen bereits umfassende Regelungen für ein sicheres und verantwortungsvolles Silvester. So ist das Abbrennen von Pyrotechnik zum Jahreswechsel im gesamten Innenstadtbereich sowie im Umfeld von Krankenhäusern, Altenheimen, Kirchen und brandempfindlichen Gebäuden untersagt.
Vertreter*innen mehrerer Bundesländer und des Bundesinnenministeriums haben sich Anfang 2025 für eine Verschärfung der Sprengstoffverordnung ausgesprochen. Auch zahlreiche Verbände – darunter die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) – drängen auf Veränderungen. Der wachsende Handlungsdruck auf Bundesebene zeigt: Es braucht auch auf kommunaler Ebene weitergehende Konzepte, um die Silvesternacht sicherer, gesünder und zeitgemäß zu gestalten.
Deshalb stellt die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen folgenden Antrag:
Begründung:
Der öffentliche und politische Druck, die negativen Auswirkungen privater Pyrotechnik einzudämmen, nimmt deutlich zu. Gesundheits- und Sicherheitsorganisationen sowie mehrere Bundesländer fordern inzwischen konkrete Maßnahmen oder Regelverschärfungen. Auch auf kommunaler Ebene wächst damit der Handlungsbedarf, um Gesundheit, Sicherheit und Umwelt in der Silvesternacht wirksam zu schützen und gleichzeitig attraktive Alternativen anzubieten. Augsburg könnte hierfür Vorreiter sein.
Ein durch die Stadt organisiertes Alternativangebot kann zur Steigerung der Akzeptanz bestehender Regelungen beitragen und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum erhöhen. Formate wie eine Lasershow, eine Lichtprojektion oder ein zentrales, professionell organisiertes Feuerwerk bieten die Möglichkeit, gemeinsam und sicher ins neue Jahr zu starten. Erste Erfahrungswerte (z. B. durch Augsburg Marketing bei den Light Nights) zeigen, dass solche Formate mit einem überschaubaren Budget realisierbar sind. Eine Machbarkeits- und Finanzierungsprüfung bis Ende 2025 schafft Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für eine mögliche Umsetzung zum Jahreswechsel 2026/27.
Zugleich ist eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zentral, um für die bestehenden Regelungen zu sensibilisieren, gesundheitliche und ökologische Risiken aufzuzeigen und ein modernes Stadtbild zu vermitteln, das auf Gemeinschaft statt Knall setzt.
Mit freundlichen Grüßen