Die CSU-Stadtratsfraktion setzt sich gemeinsam mit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für eine innovative Maßnahme zur Stärkung der Sicherheit und des Wohlbefindens der jungen Menschen in Augsburg ein: die Prüfung der Einführung des Projekts „Nachtcrew“. Inspiriert von erfolgreichen Modellen in Erfurt („Nachteulen“) und Wien („AWA Stern“) sollen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an Wochenenden sowie in den Abend- und Nachtstunden in der Augsburger Innenstadt präsent sein, ansprechbar sein und präventiv wirken.

„Sicherheit ist ein zentrales Grundbedürfnis. Auch wenn Augsburg zu den sichersten Großstädten Deutschlands zählt, erleben wir immer wieder Situationen, in denen niederschwellige Hilfe und direkte Ansprechbarkeit entscheidend sein können“, erklärt Leo Dietz, CSU-Fraktionsvorsitzender. „Die ‚Nachtcrew‘ könnte hier eine wertvolle Ergänzung bestehender Maßnahmen sein und insbesondere jungen Menschen zusätzliche Unterstützung bieten. Die Helferinnen und Helfer der „Nachtcrew“ stehen den Nachtschwärmern neutral und geschult zur Seite. Sie sind weder Polizei noch Sicherheitsdienst, sondern bieten Unterstützung bei Konfliktsituationen, Grenzüberschreitungen, Übergriffen oder Diskriminierung. Durch ihre Präsenz soll präventiv Gewalt vorgebeugt und das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen in der Innenstadt gestärkt werden.“

Peter Rauscher, Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Sicherheit ist oft ein subjektives Gefühl. Es wird aber nicht zwangsläufig durch die Präsenz von Polizei oder Ordnungsdienst geschaffen. Menschen, die auf Grund von einem Queer-, Migrations- oder Sucht-Background Diskriminierungserfahrungen haben, begegnen manchmal uniformierten Helfer*innen scheu oder gar mit Angst vor Unverständnis und weiterer Diskriminierung. Als homosexueller Mann kenne ich einige Beispiele, in denen Gewalt oder sexuelle Übergriffe aus dieser Angst heraus nicht angezeigt wurden. Gerade im Nachtleben gibt es viele Situationen, die zielführender von professionell ausgebildeten Schlichter*innen niedrigschwellig gelöst werden können. Vereine wie ‚Das Awareness Kollektiv Augsburg e.V.‘ leisten bereits jetzt auf Festivals und in Clubs wichtige Arbeit und bieten damit eine gute Möglichkeit schnell zu unterstützen, bei Übergriffen zu helfen, um so die Einsatzkräfte zu entlasten. Deshalb fordern wir ein interdisziplinäres Konzept, das Awareness schafft, niedrigschwellige Hilfe bietet und das soziale Miteinander in Augsburg stärkt.“

Die Koalitionspartner haben daher die Prüfung beantragt, ob und in welcher Form das Projekt in Augsburg umgesetzt werden kann. Bei der Konzeptentwicklung sollen verschiedene städtische Stellen, darunter Ordnungsamt, Kulturamt, Büro für kommunale Prävention, Stadtjugendring, Sozialarbeiter sowie Organisationen, wie Queerbeet e.V., einbezogen werden. Auch die Beteiligung junger Menschen über das Jugendbeteiligungsmanagement sowie die Sicherstellung einer qualifizierten Schulung der Ehrenamtlichen stehen im Fokus.

Mit der Prüfung soll zudem geklärt werden, wie die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Hilfs- und Sicherheitsstrukturen in Augsburg erfolgen kann. Ziel ist es, ein nachhaltiges, effektives und auf die Bedürfnisse der Stadt zugeschnittenes Konzept zu entwickeln.

Schwarz-Grün sieht in der möglichen Einführung der „Nachtcrew“ eine Chance, Augsburgs Ruf als sichere, vielfältige und lebenswerte Stadt weiter zu stärken und zugleich präventive sowie soziale Maßnahmen weiterzuentwickeln.

Beteiligte Personen