Was ist die Linie 5?

Die neue Straßenbahnlinie 5 soll die Augsburger Innenstadt und den Hauptbahnhof über die Bürgermeister-Ackermann-Straße mit der Universitätsklinik verbinden und somit auch die Wohngebiete im Nordwesten der Stadt an das Straßenbahnnetz anschließen (Centerville, Reese; künftig Weltwiese). Siehe auch unser damaliger Themencheck von 2020!

 

Was ist die „geflügelte Variante“?

Die Linie 5/6 soll westlich des Hauptbahnhofs auf einer geflügelten Trasse geführt werden. Stadtauswärts bietet die Straßenbahn nach rechts in die Rosenaustraße und an der Ampel dann links in die Pferseer Straße. Stadteinwärts soll die Führung über die Hörbrotstraße erfolgen. Diese Variante entspricht dem Vorschlag der Bürgerwerkstatt „Go West!“ und hat viele Vorteile, insbesondere mit Blick auf eine Verkehrsberuhigung im Thelottviertel und neue Radwege in der Pferseer Straße.

 

Was ändert sich jetzt?

Ursprünglich war geplant, auch die Linie 6 in Richtung Stadtbergen über diese Trasse verkehren zu lassen. Bis zur Fertigstellung sollte diese Linie weiter den Weg über den Pferseer Tunnel nehmen. Der Bahnhofstunnel war nur zum Wenden vorgesehen, keine Straßenbahn hätte ihn bis zur Fertigstellung der geflügelten Trasse in Richtung Westen verlassen. Allerdings steht der Straßenbahntunnel unter dem Hauptbahnhof nur kurz vor der Eröffnung, und es ist absehbar, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis die geflügelte Trasse gebaut werden kann. Eine weitere Verzögerung nach dieser langen Verfahrensdauer ist für uns schlicht inakzeptabel. Wir wollen, dass zur Eröffnung des Bahnhofstunnel die Straßenbahn durch diesen Tunnel fährt. Aus diesem Grund soll es für die Linie 6 eine Übergangslösung geben, die sehr viel schneller fertig gestellt werden kann. So entfaltet der Bahnhofstunnel von Anfang an seine volle Wirkung.

 

Wie sieht die Interims-Lösung konkret nun aus?

Die Straßenbahnlinie 6 nach Stadtbergen verkehrt in beiden Richtungen zunächst über die Rosenaustraße und dann über die Pferseer Straße in Richtung Luitpoldbrücke und Pfersee. 

 

Heißt das, dass die geflügelte Variante nicht mehr geplant wird?

Die geflügelte Variante vom Hauptbahnhof bis zum Universitätsklinikum ist auch weiterhin die bevorzugte Trasse für die Linie 5! Und wenn sie fertiggestellt ist, auch für die Linie 6. Nur eben später als bislang angedacht.

 

Warum verzögert sich der Bau der Linie 5 denn so stark?

Stadt und Stadtwerke haben die Planungen schon im Winter 2021/22 auf den Weg gebracht. Seitdem lagen die Unterlagen zur Prüfung bei der Regierung von Schwaben. Die Planung neuer Straßenbahnlinien im stark verdichteten städtischen Raum ist komplex und dauert daher oft lange. Nun hat eine überraschend eingegangene Stellungnahme der Landeseisenbahnaufsicht für eine zusätzliche Verzögerung gesorgt. Diese Behörde verlangt für den Bereich der Pferseer Straße nun eine Zugsicherungsanlage und ein weiteres Gleis. Diese Forderung hat erhebliche Auswirkungen auf Zeitplan und Kostenrahmen. Unter anderem werden eine Überarbeitung der Planunterlagen und eine neue Öffentlichkeitsbeteiligung notwendig. 

 

Und warum kann die Trasse über Rosenaustraße und Pferseer Straße schneller verwirklicht werden?

Für diese Variante besteht aufgrund von älteren Planungen bereits Baurecht. Sie kann daher sehr zügig realisiert werden. Dabei werden die Gleise über den Vorplatz West und die Rosenaustraße in die Pferseer Straße zweigleisig geführt. 

 

Müssen durch die Wahl dieser Trasse neue Straßen gebaut werden?

Nein. Zwar ging diese Planung zu einem früheren Zeitpunkt davon aus, dass, um die Kreuzung Rosenaustraße/Pferseerstraße für die Straßenbahn fit zu machen, eine neue, so genannte “Entlastungsstraße” entlang der Westseite der Bahngleise gebaut werden müsse. Diese Notwendigkeit wird inzwischen aber nicht mehr gesehen. 

 

Folgende Fragen befinden sich noch in Klärung: 

  • Was kostet diese alternative Variante? 
  • Erhält die Stadt Augsburg für diese Variante Fördergelder? 
  • Was ist mit den Verbesserungen aus dem “Go West!” Verfahren im Abschnitt Pferseer Straße?