Pflege zukunftsfest machen: CSU und GRÜNE bringen Bewegung in die Augsburger Pflegeoffensive 2034

Der Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschuss der Stadt Augsburg hat heute über einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer zukunftssicheren Pflegeversorgung in Augsburg abgestimmt: die Prüfung einer städtischen Pflegekonferenz sowie die Einführung eines Modellprojekts „Tag der Pflege an Schulen“. Zwei Initiativen, die maßgeblich auf gemeinsame Anträge der CSU-Stadtratsfraktion und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zurückgehen, sollen nun konkret vom Sozialreferenten Martin Schenkelberg auf ihre Umsetzung hin geprüft werden.

Pflegekonferenz als Plattform für Zusammenarbeit

Eine der zentralen Forderungen: die Einrichtung einer Pflegekonferenz. Ziel ist es, mit allen relevanten Akteurinnen und Akteure der Pflege – von privaten und gemeinnützigen Trägern bis hin zu den Pflegekassen – dauerhaft in den Austausch zu treten, gemeinsame Projekte zu koordinieren und Synergien zu schaffen. Hintergrund ist der steigende Bedarf an koordinierter, wohnortnaher Pflege in einer älter werdenden Gesellschaft.

Ruth Hintersberger, stellv. Fraktionsvorsitzende der CSU-Fraktion, betont: „Wir wollen die Kräfte in der Region bündeln. Eine Pflegekonferenz ermöglicht es uns, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten – mit allen Trägern, Einrichtungen und Fachstellen. So stellen wir sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger in Augsburg auch in Zukunft auf eine gute und verlässliche Pflege zählen können. Neben gemeinsamer Strategieentwicklung könnten künftig auch ein trägerübergreifender Springerpool, koordinierte Beschaffungsvorhaben oder digitale Pflegebörsen in einem solchen Rahmen diskutiert und umgesetzt werden.“

Melanie Melitta Hippke, sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Stadtratsfraktion: „Wir stehen vor einer der größten sozialen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte: der Sicherung guter Pflege. Schon heute fehlen Pflegekräfte – viele gehen in Rente und bis 2049 braucht es über 280.000 zusätzliche Fachkräfte. Die Pflegekonferenz kann zum Dreh- und Angelpunkt für nachhaltige Verbesserungen werden. Gemeinsam wollen wir Lösungen finden – etwa zu Finanzierungen, Wohnen für Mitarbeitende oder auch einem Versorgungskonzept für Menschen mit Behinderung im Alter. Gute Pflege braucht endlich verlässliche Strukturen und echte Perspektiven – genau das wollen wir mit der Pflegeoffensive 2034 schaffen.“

Pflegeberufe ins Rampenlicht: Tag der Pflege an Schulen

Ein zweiter Vorstoß betrifft die Nachwuchsgewinnung im Pflegebereich. Inspiriert vom landesweiten „Tag des Handwerks“ soll ein eigener „Tag der Pflege an Schulen“ etabliert werden – als Pilotprojekt mit Vorbildcharakter für ganz Bayern.

Ruth Hintersberger erklärt: „Die Idee: Schülerinnen und Schülern sollen der Beruf und die Pflege praxisnah und greifbar nähergebracht werden. Ausbildungswege, Karrieremöglichkeiten und gesellschaftliche Bedeutung stehen dabei im Fokus. Wir müssen junge Menschen früh für soziale Berufe begeistern. Pflege bedeutet Verantwortung, Menschlichkeit und Sinnstiftung – das darf in der Berufsorientierung nicht zu kurz kommen. Augsburg kann hier Vorreiter sein.“

Melanie Melitta Hippke: „Pflege ist essentiell für unsere Gesellschaft und betrifft uns alle. Mit dem Tag der Pflege‘ wollen wir junge Menschen frühzeitig für Pflegeberufe begeistern und ihnen zeigen, wie wertvoll diese Arbeit ist. Wir kämpfen dafür, dass Pflege in Augsburg die Wertschätzung und Unterstützung bekommt, die sie verdient.“

Die Verwaltung soll nun ein erstes Konzept für dieses Modellprojekt erarbeiten und dabei das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sowie das Kultusministerium frühzeitig einbinden. Auch das Staatliche Schulamt und das städtische Bildungsreferat werden einbezogen. Die Umsetzung soll sich an erfolgreichen Formaten orientieren, etwa an den Projektwochen einzelner Realschulen, die es in Augsburg bereits gibt.

Augsburg übernimmt Verantwortung

Beide Projekte – Pflegekonferenz und Tag der Pflege – sind Teil des entstehenden Aktionsplans „Augsburger Pflegeoffensive 2034“. Grundlage dafür ist die Pflegebedarfsermittlung 2024 und eine Reihe von Expertenworkshops, die seit Anfang des Jahres stattgefunden haben. Die Workshops hätten laut Verwaltung bereits viele wichtige Impulse gegeben, darunter auch den Wunsch nach dauerhafter Vernetzung und aktiverer Steuerung durch die Stadt.

Die Koalitionspartner sehen darin eine Chance für nachhaltige Verbesserungen: „Wir können es uns nicht leisten, Pflege dem Zufall zu überlassen. Die Pflegeoffensive 2034 ist ein zukunftsgerichteter und dringend notwendiger Schritt für eine soziale und solidarische Stadtgesellschaft“, so die Koalitionspartner.

Beteiligte Personen