Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN stellt folgende Anfrage für den kommenden Juli-DOPA:
- Was bedeutet die öffentlich getätigte Aussage, 1 Million Euro an Ausgaben im Personalbereich einsparen zu wollen, konkret? Wie wird diese Einsparung begründet?
- Soll es tatsächlich einen größeren Stellenabbau geben? Wenn ja, in welchen Bereichen? Soll es einen Besetzungsstopp geben? Sollen Planstellen mit Vermerken zum Einzug von Stellen versehen werden und wenn ja, welche Planstellen sind davon betroffen? Wird es ein nachvollziehbares Verfahren, etwa unabhängige, fachlich fundierte Organisationsuntersuchungen, in diesem Kontext geben?
- Bis wann kann der Stadtrat mit einem strategischen Personalentwicklungskonzept beziehungsweise einem aktualisierten Personalbedarfsplan für die kommenden Jahre rechnen?
- Wie viele Beschäftigte werden je Fachbereich voraussichtlich innerhalb der kommenden fünf beziehungsweise zehn Jahre altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden?
- Welche Maßnahmen sieht die Stadtregierung im Bezug auf die Hinweise der Beschäftigtenvertretungen und Gewerkschaften bzgl. hoher Arbeitsbelastungen sowie erhebliche Überstundenbestände innerhalb der Stadtverwaltung?
- Welche Stellenschaffungen der vergangenen zehn Jahre bewerten der OB und die Stadtregierung rückblickend als nicht erforderlich oder nicht mehr zeitgemäß?
- Welche Rolle sollen Digitalisierung, Automatisierung und Anwendungen künstlicher Intelligenz künftig bei der Aufgabenerledigung innerhalb der Stadtverwaltung spielen?
Wir bitten um schriftliche Beantwortung.
Begründung:
Öffentlich wurde angekündigt, die Personalkosten der Stadt künftig deutlich reduzieren zu wollen und Einsparungen im siebenstelligen Bereich anzustreben. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die angekündigten Personaleinsparungen von 1 Million Euro konkret erreicht werden sollen und welches langfristige Personal- und Organisationskonzept der Stadtregierung diesen Maßnahmen zugrunde liegt, welche Aufgaben künftig anders organisiert werden und welche Auswirkungen dies auf die Beschäftigten sowie die Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung haben werden.
Dabei steht die Stadt Augsburg in den kommenden Jahren vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Einerseits steigen die Anforderungen an die kommunale Verwaltung stetig. Andererseits werden zahlreiche Beschäftigte altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden. Zugleich eröffnen Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz neue Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten und Beschäftigte von Routinetätigkeiten zu entlasten.
Mit freundlichen Grüßen