Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt für den Kulturausschuss am 13. Juli 2026, die Planungen für alternative Spielstätten während der Sanierung der Freilichtbühne am Roten Tor verbindlich voranzutreiben. Für die Spielzeit 2027 sollen sowohl die Sommerbühne am Gaswerk als auch das Rosenaustadion als mögliche Orte für Open-Air-Vorstellungen und Konzerte ermöglicht und die dafür notwendigen finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen rechtzeitig geklärt werden.
Die kurzfristige Schließung der Freilichtbühne im Frühjahr hat gezeigt, wie schnell eine traditionsreiche Kultursaison ins Wanken geraten kann. Dass die Spielzeit 2026 trotz der kurzfristigen Schließung der Freilichtbühne stattfinden kann, ist dem schnellen Handeln der damaligen Stadtregierung sowie der enormen Gemeinschaftsleistung von Kulturreferat, Stadtwerken, Staatstheater und weiteren Beteiligten zu verdanken. Mit der Sommerbühne am Gaswerk wurde unter hohem Zeitdruck eine tragfähige Lösung geschaffen. Jetzt liegt es an der neuen Stadtregierung, diese Übergangslösung nicht bei einem einmaligen Kraftakt zu belassen, sondern rechtzeitig für die kommenden Jahre Planungssicherheit zu schaffen.
Martina Wild, Fraktionsvorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion, erklärt: „Die Freilichtbühne am Roten Tor ist ein prägender Kulturort für Augsburg. Gerade deshalb dürfen wir die Zeit ihrer Sanierung nicht einfach verwalten, sondern müssen sie aktiv gestalten. Die Premiere auf der Sommerbühne am Gaswerk am 27. Juni und die positive Resonanz des Publikums machen deutlich: Augsburg braucht für die Sanierungszeit nicht nur Notlösungen, sondern einen belastbaren Plan für attraktive Freiluftkultur. Das Gaswerk zeigt, dass es sowohl als vielseitiger und spannender Kulturort als auch als Spielstätte etabliert werden kann – jetzt braucht es die politische Entscheidung, diese Perspektive auch für 2027 abzusichern.“
Neben dem Gaswerk soll nach Auffassung der GRÜNEN insbesondere das Rosenaustadion ernsthaft als Spielstätte geprüft und vorbereitet werden. Nach Medienberichten wird der Standort vom Staatstheater derzeit offenbar nicht weiterverfolgt. Aus Sicht der GRÜNEN wäre es jedoch falsch, das Potenzial des traditionsreichen Stadions vorschnell auszuschließen, bevor die notwendigen Nutzungsbedingungen, technischen Anforderungen und Kosten transparent geprüft wurden.
Verena von Mutius-Bartholy, Sprecherin für Kultur der GRÜNEN Stadtratsfraktion, betont: „Das Rosenaustadion ist kein beliebiger Ort, sondern ein großer, identitätsstiftender Freiraum mitten in Augsburg. Es wäre zu kurz gedacht, diesen Standort einfach beiseitezulegen, ohne seine Möglichkeiten ernsthaft ausgelotet zu haben. Zugleich darf sich die Debatte nicht allein auf zwei große Spielorte beschränken: Auch kleinere und dezentrale Formate können Kultur in die Stadtteile bringen, neues Publikum erreichen und Augsburgs Kulturlandschaft bereichern. Kultur braucht gerade in einer Übergangszeit Mut, gute Planung und den Willen, neue Wege nicht nur zu diskutieren, sondern auch zu ermöglichen.“
Die GRÜNEN fordern deshalb nun einen aktuellen Bericht der Verwaltung zu den bislang geprüften Standorten und den konkreten nächsten Schritten. Dabei soll auch dargestellt werden, welche weiteren Orte für kleinere oder dezentrale Formate in Frage kommen und wie die Stadt gemeinsam mit ihren Partner*innen langfristig eine verlässliche Übergangslösung für die Jahre der Sanierung schaffen kann.