100.000 Euro für die Neuausrichtung wurden im Kulturausschuss abgelehnt – die Zukunft des Modulars soll nun im Kontext anderer Feste beraten werden 

Im Kulturausschuss am Montag wurde auf Initiative der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN über die Zukunft des Modular-Festivals beraten. Die Verwaltung stellte dar, dass das Festival 2027 nicht in seiner bisherigen Form stattfinden soll. Stattdessen ist ein Brückenjahr geplant: Der Stadtjugendring Augsburg will sich auf den ursprünglichen Auftrag besinnen, ein niederschwelliges Festival für junge Augsburgerinnen und Augsburger bis 28 Jahre anzubieten. Dazu sollen im nächsten Jahr kleinere Jugendkulturfomate mit Beteiligungsformaten kombiniert werden. 2027 soll daraufhin gemeinsam entwickelt werden, wie ein neues Festivals aussehen kann. 

Die Grüne Stadtratsfraktion hatte bereits im Mai beantragt, klare Leitplanken für einen partizipativen Zukunftsprozess zu beschließen: Das Modular soll auch künftig Jugendkultur für alle Augsburger Jugendlichen und jungen Erwachsenen sichern, mindestens eine große Veranstaltung ermöglichen und auf echter Beteiligung junger Menschen beruhen – damit es Jugendkulturfestival bleibt und nicht zu einem kommerziellen Großevent wird. Für diesen Prozess und das notwendige Personal zur Organisation der Neuausrichtung sollten 100.000 Euro bereitgestellt werden. Dieser finanzielle Antragspunkt wurde im Kulturausschuss nun jedoch abgelehnt.

Didem Karabulut, Sprecherin für Jugendkultur der Grünen Stadtratsfraktion: “Dass das Modular in seiner bisherigen Form mittlerweile an Grenzen stößt, ist nachvollziehbar. Steigende Kosten, organisatorische Belastung und veränderte Erwartungen junger Menschen kann man nicht einfach wegmoderieren. Genau deshalb braucht eine Neuausrichtung aber Verlässlichkeit. Dass die von uns beantragten 100.000 Euro für diesen Entwicklungsprozess im Kulturausschuss abgelehnt wurden, ist ein völlig falsches Signal! Finanzielle Unterstützung ist nicht nur eine Haushaltsfrage, sondern muss erfolgen, um den Prozess der Neuausrichtung zu ermöglichen. Wer Modular und die Weiterentwicklung politisch lobt, muss diese auch verlässlich absichern!“

Die Kooperation beabsichtigt, die gesamte Festivallandschaft neu zu justieren. Daher soll das Modular gemeinsam mit anderen städtischen Festivals am 30. Juli im Stadtrat erneut beraten werden, mit dem Ziel, den Auftrag des Stadtrates zur Überarbeitung von Festivals einzuholen. 

Martina Wild, Vorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion: „Das Modular ist nicht mit den Augsburger Sommernächten oder anderen großen Veranstaltungsformaten vergleichbar. Beim Modular geht es um etwas anderes: um junge Menschen, Beteiligung, Kreativität, Ehrenamt und um die Frage, wem diese Stadt Räume zur Entfaltung gibt. Das Modula- Festival war immer besonders stark, weil Jugendliche und junge Erwachsene nicht nur Publikum waren, sondern selbst gestalten, entscheiden und Verantwortung übernehmen konnten. Das große Engagement der vielen jungen Ehrenamtlichen, die das Modular über Jahre hinweg mit Ideen, Zeit und Herzblut geprägt haben, ist beeindruckend und verdient echte Wertschätzung. Deshalb muss gerade auch 2027 ein echtes Beteiligungsjahr werden.  Dieses Brückenjahr darf nicht dazu führen, dass gewachsene Strukturen, Kompetenzen und ehrenamtliche Netzwerke verloren gehen. Das Modular braucht eine echte Perspektive – nicht nur einen Platz auf einer Liste städtischer Festivals.“

Die GRÜNEN fordern deshalb, dass der Stadtrat am 30. Juli die besondere Rolle des Modular-Festivals anerkennt und die notwendigen Mittel für den Zukunftsprozess bereitstellt. 

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