Modular darf nicht verstummen! 

Grüne fordern Zukunftskonzept für das Modularfestival

Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert mit einem Berichtsantrag Klarheit über die Zukunft des Modularfestivals und der Jugendkulturangebote des Stadtjugendrings Augsburg. Hintergrund ist die mit der Stadtregierung abgestimmte Ankündigung des Stadtjugendrings, das Festival im kommenden Jahr zu pausieren, um Konzept, Größe sowie organisatorische und finanzielle Strukturen neu aufzustellen.

Martina Wild, Vorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion: „Das Modularfestival ist weit mehr als ein kommerzielles Musikfestival. Es ist ein Ort der Jugendbeteiligung, der kulturellen Teilhabe und des demokratischen Engagements – und genau das macht seinen besonderen Wert für Augsburg aus. Dass sich das Festival über Jahre hinweg von der Stadtmetzg in der Innenstadt über den Wittelsbacher Park bis hin zum heutigen Standort auf dem Gaswerkgelände weiterentwickeln konnte, war nur möglich durch die Ideen, das Engagement und die Zusammenarbeit unzähliger junger Ehrenamtlicher gemeinsam mit dem Stadtjugendring. Dort erleben junge Menschen ganz konkret, was demokratische Teilhabe bedeutet: Verantwortung übernehmen, mitentscheiden, diskutieren, organisieren und gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratie in Frage gestellt und gar offen angegriffen wird, braucht es solche Orte mehr denn je. Deshalb darf die aktuelle Neuaufstellung nicht zu einem schleichenden Rückzug aus der Jugendkultur führen. Das Modularfestival muss auf jeden Fall weiter existieren, die städtischen Mittel für Jugendkultur müssen hierfür weiterhin zur Verfügung stehen.“

Verena von Mutius-Bartholy, kulturpolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion „Das Modular ist aus einer offenen, modularen und partizipativen Idee heraus entstanden und genau dieser Charakter sollte erhalten bleiben. Für uns ist wichtig, dass es auch künftig mindestens einen Tag im Jahr gibt, an dem die Stadt sichtbar den jungen Menschen gehört – mit ihren Ideen, ihrer Kultur und ihren Perspektiven. Deshalb muss jetzt gemeinsam mit jungen Ehrenamtlichen, dem Stadtjugendring und der Stadt darüber gesprochen werden, welche Möglichkeiten und Formate es künftig geben kann. Klar ist für uns aber auch: Es darf auf keinen Fall passieren, dass das Festival einfach verschwindet. Es gibt gute Ansätze, wie sich das Modular weiterentwickeln und noch stärker mit anderen Formen der Beteiligung und Jugendkultur verknüpfen lässt. Hierüber muss allerdings unbedingt im Kulturausschuss berichtet und diskutiert werden. Denn nicht Pressekonferenzen, sondern der Kulturausschuss ist der Ort, an dem klare Leitplanken, das Verfahren und die notwendigen Mittel für den anstehenden Neuausrichtungsprozess beschlossen werden.“

Zum Antrag:

Der Kulturausschuss soll klare Leitplanken für den anstehenden Neuausrichtungsprozess beschließen. Auch künftig müsse mindestens eine große Veranstaltung für junge Menschen in Augsburg Teil des Auftrags bleiben. Gleichzeitig müsse das Festival weiterhin auf Beteiligung und Mitgestaltung junger Menschen beruhen. Nur so könne das Modular seinen besonderen Charakter als Jugendkulturfestival bewahren und dürfe nicht die Entwicklung früherer kommerzieller Festivalformate wie „X-Large“ wiederholen. Zudem beantragt die Fraktion, dem Stadtjugendring weiterhin Mittel in Höhe von 100.000 Euro für den Prozess der Neuausrichtung und die Zukunft der Jugendkulturarbeit bereitzustellen. Über die Verwendung der Mittel sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung soll regelmäßig im Kulturausschuss berichtet werden.

 

Beteiligte Personen