Die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN hat beantragt, dem Vorbild der Stadt München zu folgen und eine “Umbauagentur Augsburg” einzurichten. Ziel ist es, leerstehende oder dauerhaft mindergenutzte Bürogebäude und andere geeignete Nichtwohngebäude zu erfassen und deren Umbau zu Wohnraum aktiv zu unterstützen. Damit sollen in unserer Stadt vorhandene Flächen besser genutzt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und zugleich Ressourcen geschont werden.
Seit 2016 gilt Augsburg offiziell als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt. Viele Menschen suchen dringend bezahlbaren Wohnraum, während gleichzeitig Büroflächen leerstehen oder dauerhaft ungenutzt sind. Die Leerstandsquote ist seit 2021 gestiegen und lag zuletzt bei etwa fünf Prozent. Momentan gibt es in Augsburg ungefähr 75.000 Quadratmeter leerstehende Büroflächen. Nicht jedes Büro eignet sich für eine Wohnraumnutzung, weshalb die Umbauagentur geeignete Gebäude identifizieren, Eigentümer*innen aktiv ansprechen, Fördermöglichkeiten aufgezeigt und Umbauprojekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung koordinierend begleiten soll.
Martina Wild, Vorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion: “Wir können es uns nicht länger leisten, Gebäude jahrelang leer stehen zu lassen, während Menschen verzweifelt bezahlbare Wohnungen suchen. Wir müssen endlich systematisch prüfen, wo aus ungenutzten Büroflächen neue Wohnungen entstehen können. Eine Umbauagentur wäre genau die Stelle, die aus abstrakten Leerstandszahlen konkreten Wohnraum entwickeln kann. Es geht nicht darum, jedes Büro blind in Wohnungen umzuwandeln, sondern dort anzusetzen, wo es städtebaulich sinnvoll, sozial notwendig und ökologisch klug ist”.
Eine eigene Umbauagentur gibt es z.B. in München. Die Grüne Stadtratsfraktion fordert, dass nach diesem Vorbild auch in Augsburg eine entsprechende Stelle eingerichtet wird – angepasst an die Strukturen vor Ort. Dafür sollen Kompetenzen aus Wohnraumentwicklung, Leerstandsmanagement, Stadtplanung, Bauordnung, Wirtschaftsförderung und Liegenschaftsamt gebündelt und weiterentwickelt werden.
Verena von Mutius-Bartholy, wohnpolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion: „Wohnraum im Bestand zu schaffen, ist sozial und ökologisch sinnvoll. Wenn wir vorhandene Gebäude weiter nutzen, sparen wir Ressourcen, vermeiden zusätzliche Versiegelung und bringen Leben in Flächen, die sonst ungenutzt bleiben. Wichtig ist aber auch: Die Umbauagentur darf nicht dazu führen, funktionierende Gewerbe- und Industriegebiete unter Druck zu setzen. Es geht um geeignete Bestandsgebäude an geeigneten Standorten – nicht um neue Nutzungskonflikte.“