Im heutigen Sportausschuss wurde erneut über den geplanten Interimsbau für das Fribbe-Freibad während der Bauphase des Ersatzneubaus Spickelbad beraten. Bereits Mitte Juli hatte der Bauausschuss mehrheitlich für die entsprechende Vorlage gestimmt. Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat diese in beiden Gremien abgelehnt. Knapp zwei Millionen Euro sollen dafür ausgegeben werden, das kleine Becken mit Rutsche während der rund dreijährigen Bauzeit weiterzubetreiben. Aus Sicht der Fraktion steht dieser finanzielle Aufwand in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen. Die Kosten für den Interimsbau sollen im kommenden Doppelhaushalt nun angemeldet werden.
Peter Rauscher, Vorsitzender der Grünen Stadtratsfraktion: „Ein einziges kleines Becken mit Rutsche für rund drei Jahre mit riesigem Aufwand weiterzubetreiben, obwohl mit dem reaktivierten Kaufbachnebenbecken eine attraktive Alternative entsteht, ist finanziell schwer zu rechtfertigen. Hier sollen mindestens zwei Millionen Euro in ein Provisorium fließen, das es aus unserer Sicht gar nicht braucht. Und selbst diese Summe ist äußerst knapp kalkuliert – ob sie am Ende überhaupt ausreicht, ist völlig offen. Wir haben den dringend notwendigen Ersatzneubau in vergleichsweise kurzer Zeit und zu vertretbaren Kosten auf den Weg gebracht. Anstatt jetzt Millionen in eine unnötige Zwischenlösung zu stecken, muss die Stadt alle Kraft darauf richten, den Neubau zügig und ohne weitere Umwege umzusetzen. Bei Augsburgs sanierungsbedürftiger Bäderlandschaft dürfen immer neue Wünsche das Projekt weder verzögern noch zusätzlich verteuern.“
Zusätzlich sieht die Grüne Stadtratsfraktion erhebliche Risiken durch die geplante nachträgliche Umplanung des Spickelbads – insbesondere durch die Aufnahme eines Sprungturms.
Maren Dörr, bau- und sportpolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion: „Das neue Spickelbad ist das Ergebnis eines umfangreichen Beteiligungsprozesses. Hunderte Menschen haben am Raumprogramm mitgearbeitet. Ihre Arbeit jetzt einfach beiseitezuschieben, wäre politische Arroganz. Zudem sah der Planungswettbewerb keinen Sprungturm vor. Durch den Sprungbetrieb würden dauerhaft zwei Schwimmbahnen blockiert. Damit wäre ein erheblicher Teil der angekündigten 25 Prozent zusätzlichen Wasserfläche für den regulären Schwimmbetrieb praktisch wieder verloren. Gleichzeitig droht, dass auch das bereits vermiedene Parkhaus wieder auf den Tisch kommt und sich der Neubau auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebt.“
Die Fraktion fordert deshalb einen transparenten Bericht zu den Auswirkungen der Umplanung auf Baukosten, Zeitplan, FAG-Förderung, nutzbare Wasserfläche und Vergaberecht. Der Ersatzneubau des Spickelbads soll nach bisheriger Planung Ende 2027 beginnen und bis 2030 abgeschlossen werden. Für die GRÜNEN hat die verlässliche und zügige Umsetzung des Neubaus höchste Priorität.