Status: in Bearbeitung

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

2023 sollen erstmals nach drei Jahren wieder die „Augsburger Sommernächte“ stattfinden.

In den vergangenen Jahren erfreuten sich die Augsburger Sommernächte großer Beliebtheit. Zehntausende Menschen besuchten das Fest. Trotzdem gibt es auch eine große Zahl von in Augsburg Wohnenden, die sich von dem Angebot in der Maximilianstraße und dem weiteren Fest-Geschehen nicht angesprochen fühlen. Bei einem Stadtfest für ALLE Augsburger*innen ist es uns ein großes Anliegen, dass auch für möglichst viele Zielgruppen ein feierlicher Rahmen möglich gemacht wird.

Eine attraktive Möglichkeit, das Angebot der Sommernächte zu erweitern, um noch mehr Personen anzusprechen, bietet eine Ausdehnung der Festzone. Hierbei eignen sich unter anderem das „Theaterviertel“ sowie der Bereich der Karlsstraße/Grottenau ausgesprochen gut. Hier möchte die Stadt Augsburg in den nächsten Jahren eine anspruchsvolle Quartiersentwicklung vorantreiben, die zu einer weiteren Attraktivitätssteigerung der Innenstadt sowie des Kultur- und Handelsstandortes Augsburg führt. Bei der Initiative „Theaterviertel Jetzt“ ist zudem in den letzten Monaten vermehrt der Wunsch von Akteur*innen aus dem Theaterviertel nach einem „Theaterviertelfest 2023“ geäußert worden. Die Initiative befürwortet diese Idee und möchte damit das künftige „Theaterviertel“ ins Bewusstsein aller Augsburger*innen rücken. Zudem ist die Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsleitfadens sowie des bereits bei der Kanu-WM eingesetzten städtischen CO2 Rechners im Rahmen eines solchen Großevents ein wichtiger Baustein.

Aus diesem Grund stellen die Fraktionen von CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Generation Aux den folgenden Antrag:

  1. Den Einbezug des „Theaterviertels“ in die Festzone der Augsburger Sommernächte. Konkret geht es um den Einbezug von Karlstraße, Ludwigstraße, Grottenau, Theaterstraße, Heilig-Kreutz-Straße, Klinkertorstraße (zwischen Volkhartstraße und Heilig-Kreutz-Straße). Dies bedeutet auch, dass dort die gleichen Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten bestehen wie in der übrigen Festzone.
  2. Verkehrssperrung der genannten Straßen während des Zeitraums der Sommernächte.
  3. Genehmigung von alternativen Nutzungen auf den genannten Straßenflächen und dem öffentlichen Raum, wie beispielsweise kulturelle, gastronomische oder sportliche Nutzung.
  4. Einbezug der in diesem Gebiet ansässigen Institutionen, Gewerbetreibenden, Kulturschaffenden und Anwohnenden bei der Planung durch Augsburg Marketing.
  5. Einbezug des Nachhaltigkeitsleitfadens in die gesamten Planungen der Sommernächte sowie Nutzung eines CO2-Rechners.

BEGRÜNDUNG: 

Die Sommernächte bieten eine großartige Chance, das Potenzial des Theaterviertels für die Augsburger*innen spürbar zu machen. Gleichzeitig werden durch eine Ausdehnung auf das Theaterviertel nicht nur mehr Bürger*innen für das Stadtfest begeistert, es können sich, im Sinne eines partizipativen Stadtfestes, auch mehr Menschen, aber auch Institutionen daran beteiligen. Zudem werden das Angebot sowie das Programm der Sommernächte erweitert, was zu einer signifikanten Attraktivitätssteigerung der Veranstaltung führt.

Darüber hinaus wird die Innenstadt besser als „eine Stadt“ erlebbar. Konkret einzubeziehen ist deshalb auch der Bereich Karlsstraße/Grottenau. Hierdurch wird nicht nur erstmals die gefühlte „Barriere“ Karlsstraße/Grottenau verwandelt, die Innenstadt wird darüber hinaus in einer komplett neuen Dimension erleb- und bespielbar. Gleichzeitig ist dies eine konkrete Maßnahme zum Thema „Nachhaltige Aufenthaltsqualität in den heißen Sommermonaten“ wie von Augsburg Marketing in der BSV/22/08537 vorgeschlagen (S. 9 unten). Für die Umsetzung schlägt Augsburg Marketing dort „ein- bis dreitägige Events“ vor. Eine Sperrung im Rahmen der Sommernächte erfüllt diese Vorgabe perfekt und kann als Ausblick auf eine kühle Meile verstanden werden, die zudem dem Nachhaltigkeitsleitfaden Rechnung trägt.

Nicht zu unterschätzen ist zudem der Sicherheitsaspekt, den die Ausdehnung der Festzone mit sich bringt. Bei dem zu erwartenden, großen Publikumsaufkommen trägt die Entzerrung der Sommernächte dazu bei, dass eines der größten Sicherheitsrisiken signifikant entschärft wird.

Wie in der Antwort vom 8.10.2020 auf unsere Anfrage vom 21.7.2020 bzgl. der Entscheidungsfindung bei „Augsburg Marketing“ dargelegt wurde, stimmen Stadt und Augsburg Marketing Zielsetzung und Strategie miteinander ab, und die Stadt ist mit einer Einwirkungsbefugnis ausgestattet. Aus diesem Grund scheint es geboten, Rahmenbedingungen zu den Sommernächten, wie eine Erweiterung der Festzone, seitens des Stadtrats zu beraten und zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen

grüne fraktion
  • Peter Rauscher
  • Raphael Brandmiller, Generation Aux
csu fraktion
  • Leo Dietz

Beteiligte Personen