Nach der Übernahme der Planungen für das Bauteil I des Staatstheaters durch die renommierten HENN Architekten zeigen sich erhebliche Verbesserungen im Raumkonzept und der Fassadengestaltung. Mit ihrer internationalen Erfahrung in der Theatersanierung bringen sie die notwendige Expertise mit, um das Projekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Steffen Kercher (Baureferent) und Jürgen Enninger (Kulturreferent) haben sich damit nach der Kündigung des bisherigen Architekturbüros für eine Neuausrichtung des Projekts entschieden.
Verena von Mutius-Bartholy, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtplanung sowie Vorsitzende des Kulturausschusses, erklärt: „Wir freuen uns, dass die neuen Planungen von HENN Architekten nun das Konzept des offenen Hauses noch besser umsetzt und weitere entscheidende Verbesserungen mit sich bringt. Bei dem Beteiligungsprozess 2016 wurden klare Anforderungen formuliert, wie z.B. das Theater zum Viertel zugänglicher zu gestalten und auf wichtige Aspekte wie die Barrierefreiheit zu achten. Erstaunlich ist für mich nun zu sehen, dass die vielfach diskutierten Forderungen aus dem Partizipationsprozess im bisherigen Entwurf nur mangelhaft eingearbeitet wurden. Erst die Überarbeitung durch HENN hat nun gezeigt, dass ausgerechnet das Konzept des offenen Hauses bisher nicht dementsprechend berücksichtigt wurde.
Des Weiteren wird die ursprünglich geplante Beton-Lochfassade durch eine innovative Lösung aus Recycling-Glas ersetzt. Auch wenn wir GRÜNEN uns ursprünglich für eine Fassadenbegrünung eingesetzt haben, freuen wir uns sehr, dass die nun vorgestellte ressourcenschonende Lösung mehr Nachhaltigkeit ermöglicht. Auch eine deutlich effektivere Dachbegrünung bringt sowohl ökologische als auch größere klimatische Vorteile. Die Neuplanungen eröffnen somit wichtige Perspektiven für das kleine Haus, speziell im Kontext der Entwicklung des gesamten Quartiers. Eine grünere Gestaltung des Theater Umfeldes ist weiterhin nötig, worauf wir uns gerade im Hinblick auf die Quartiersentwicklung weiter einsetzen. Wir könnten uns hierzu sowohl Bäume entlang der Volkartstraße als auch einen Bewuchs der Fassade des Betriebsgebäudes vorstellen. Hier freuen wir uns auf die Vorlage eines umfassenden Konzepts zur Einfügung ins Viertel durch das Baureferat.“
Leo Dietz, CSU-Fraktionsvorsitzender: „Die CSU-Stadtratsfraktion bekräftigt auch weiterhin ihre volle Unterstützung für das umfassende Sanierungs‑ und Neubauprojekt am Augsburger Staatstheater. Mit der Vergabe der Objektplanung an das renommierte Büro HENN, das nun für das Große Haus, das Kleine Haus und das Betriebsgebäude verantwortlich zeichnet, setzen wir auf verlässliche Expertise aus einer Hand. Wir begrüßen, dass HENN bereits im April 2025 mit der Planung für das Kleine Haus und das Betriebsgebäude begann und nun auch in die Planungen für das Große Haus eingestiegen ist – ein entscheidender Schritt für mehr Effizienz, Transparenz und Qualitätskontrolle.
Besonders interessant ist die Präsentation des Fassadenentwurfs für das Kleine Haus. Die ersten Skizzen zeigen eine klare, zeitgemäße Architektur mit viel Transparenz und einer zurückhaltenden Eleganz. Die neue Fassade soll nicht nur funktional überzeugen, sondern auch das Miteinander von altem und neuem Theatergebäude sichtbar machen. Wir sehen darin eine große Chance, das Kleine Haus städtebaulich wie auch architektonisch aufzuwerten. Das Ziel ist eine funktionale und zeitliche Einheit des Kleinen Hauses mit dem Großen Haus – für Besucher wie auch für die Mitarbeitenden ein echter Mehrwert. Gleichzeitig werden beim Betriebsgebäude Details optimiert, ohne aus dem Zeit- und Kostenrahmen zu fallen. Entscheidend ist zudem: Die Baustelle des Großen Hauses wird nahtlos weitergeführt – bei laufender kritischer Prüfung der Qualität und des Baufortschritts. Das Projekt bleibt für uns ein Leuchtturm der Kulturpolitik – eines, das Augsburg dauerhaft als starke Kulturstadt positioniert. Es steht für unsere Überzeugung, dass Kulturinvestitionen in Augsburg nicht nur die Theaterspielstätten erneuern, sondern auch Impulse für die gesamte Stadtentwicklung liefern – hierfür geben wir nach wie vor unsere volle Rückendeckung.“