Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

durch den akuten Mangel an Fahrpersonal ist der Takt bei Bus und Bahn seit langem unter das vom Betrauungsakt vorgegebene Maß gesunken.

Vor diesem Hintergrund stellt die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN folgenden Antrag:

Die Stadt Augsburg und die Stadtwerke erarbeiten unverzüglich ein Programm, das darauf abzielt, den Fahrdienst durch deutlich flexiblere Arbeitszeitmodelle und andere Maßnahmen insbesondere für Frauen attraktiver zu machen. 

Mögliche Bestandteile eines solchen Programms sollten sein:

  1. Flexibilisierung der Dienstpläne, um den Fahrdienst noch besser als bisher in Teilzeit verrichten zu können, ggf. unter Einsatz von Software-Lösungen.
  2. Gezielte Attraktivitätssteigerung des Fahrdienstes für Frauen, u.a. durch dem Klischee des Männerberufs entgegenwirkende Imagekampagnen
  3. Ausbau der sanitären Einrichtungen für das Fahrpersonal.

Begründung:

Der Personalmangel bei der Verkehrssparte der Stadtwerke hat verheerende Folgen. Die Straßenbahnen verkehren in den Ferien werktags nur noch alle 10 Minuten, Zubringerbusse in Wohngebiete abends nur noch alle 30 Minuten. Dazu kommen ungeplante Ausfälle. Lange Wartezeiten und verpasste Anschlüsse sorgen dafür, dass das Vertrauen der Bevölkerung in den Öffentlichen Nahverkehr sinkt und völlig verloren zu gehen droht. SWA und Stadt sind gefragt, eine Abwärtsspirale aus sinkender Nachfrage und weiteren Angebotseinschränkungen, die dann wiederum sinkende Nachfragezahlen zur Folge haben, mit allen Mitteln zu vermeiden.

Andere deutsche Verkehrsunternehmen haben insbesondere gute Erfahrungen mit der Strategie gemacht, mehr Frauen in den Fahrdienst zu lotsen. Flexible Arbeitszeitmodelle und erleichterte Teilzeitregelungen haben sich in diesem Zusammenhang als Erfolgsfaktoren erwiesen. Interessierten ist es so möglich, eine Tätigkeit im Fahrdienst mit Kindererziehung und/oder der Pflege naher Angehöriger zu verbinden. Erfahrungsgemäß zahlt sich eine solche Strategie auch langfristig aus, da einmal gewonnenes Personal später oft den Weg in Vollzeit wählt, zum Beispiel wenn die Kinder größer sind.

Imagekampagnen und der Ausbau der sanitären Einrichtungen können zusätzlich dazu beitragen, mehr Frauen den Weg in den Fahrdienst zu ebnen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Beteiligte Personen