Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
das Modularfestival des Stadtjugendrings Augsburg hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2009 zu einem wichtigen Bestandteil der Augsburger Jugend-, Kultur- und Bildungslandschaft entwickelt. In diesem Jahr findet das Festival bereits zum siebten Mal auf dem Gaswerkgelände statt. Seit den 1990er Jahren gibt es in Augsburg Jugendkulturfestivals, bei denen die Jugend die Möglichkeit hatte, ihren Raum in der Stadt für Festivalformate in Anspruch zu nehmen. Mit dem Modularfestival wurde seit 2009 ein Konzept umgesetzt, das Jugendkultur, Beteiligung und ehrenamtliches Engagement in den Mittelpunkt stellt und sich über die Jahre stetig weiterentwickelt hat – von der Stadtmetzg in der Innenstadt über den Wittelsbacher Park bis hin zum heutigen Standort auf dem Gaswerkgelände.
Auf seiner Vollversammlung und via Pressekonferenz hat der Stadtjugendring aktuell angekündigt, das Festival im kommenden Jahr nun pausieren zu lassen, um Konzept, Größe und die organisatorischen und finanziellen Strukturen neu aufzustellen und weiterzuentwickeln. Laut Presseberichten sei dieses Vorgehen mit der Stadtregierung abgestimmt.
Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen besteht aus Sicht unserer Fraktion Klärungsbedarf hinsichtlich der Zukunftsperspektive des Festivals und der weiteren Unterstützung jugendkultureller Angebote in Augsburg. Es braucht Klarheit darüber, wie der Fortbestand eines großen Jugendkulturfestivals sowie geeignete Räume und Strukturen für jugendkulturelle Beteiligung künftig gesichert werden sollen. Unsere Fraktion unterstreicht die große Bedeutung des Modularfestivals als wichtigen Ort für Jugendkultur, Beteiligung und gesellschaftlichen Austausch und setzt sich daher ausdrücklich für dessen Erhalt ein. Gleichzeitig sehen wir in der angekündigten Neuaufstellung auch die Chance, die ursprünglichen, modularen und partizipativen Strukturen des Festivals neu aufzugreifen und langfristig zu stärken.
Vor diesem Hintergrund beantragt die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Begründung:
Das Modularfestival ist aus einer offenen, modularen und partizipativen Idee heraus entstanden – dieser Charakter ist und bleibt wichtig und sollte auch künftig erhalten und unterstützt werden. Eine Pause – ohne adäquate Alternativen – oder gar ein gänzliches Ende halten wir für einen Fehler. Jugend- und Kulturreferat müssen aus unserer Sicht daher darlegen, inwiefern das Modular mit seiner bisherigen Zielrichtung und in seinem bisherigen Umfang mit Blick auf die Positionierung des Stadtjugendrings erhalten werden kann.
Denn das Modularfestival ist weit mehr als ein reines kommerzielles Musikfestival. Im Zentrum des Formats steht seit jeher die Jugendbeteiligung: Das Festival schafft Räume für kreative Entfaltung, gesellschaftliches Engagement und demokratische Erfahrungen. Junge Menschen gestalten das Modular nicht nur mit, sondern prägen und entwickeln es aktiv weiter.
Mittlerweile engagieren sich über 100 Ehrenamtliche ganzjährig in der Planung und Organisation des Festivals. An den Veranstaltungstagen selbst tragen über 500 junge Menschen ehrenamtlich dazu bei, das Festival möglich zu machen. Gemeinsam mit dem Stadtjugendring haben insbesondere die Ehrenamtlichen aus der Denkwerkstatt das Modular über Jahre hinweg zu dem weiterentwickelt, was es heute ist.
Mit seinen kulturellen, nachhaltigen und pädagogischen Begleitangeboten steht das Festival beispielhaft für niedrigschwellige Jugendbeteiligung, kulturelle Teilhabe und gelebte Demokratie. Umso wichtiger ist es, dass die notwendigen finanziellen Mittel und strukturellen Rahmenbedingungen auch künftig gesichert werden und ein Raum erhalten bleibt, an dem die Stadt für einige Tage jungen Menschen und ihren Ideen gehört.
Mit freundlichen Grüßen