Status: in Bearbeitung   Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,   das Hauptamt der Stadt Augsburg bietet im Rahmen des politischen Bildungsauftrags im Augsburger Rathaus für Gymnasien eine Einführung in die Arbeit der städtischen Gremien, in den Aufbau der Augsburger Stadtverwaltung, eine Führung durch das Rathaus, ein Planspiel und die anschließende Möglichkeit mit Augsburger Stadträt*innen ins Gespräch zu kommen an. Die jungen Menschen bekommen so Gelegenheit, die internen Abläufe in der Verwaltung und im Rathaus, die Arbeit der städtischen Entscheidungsgremien kennenzulernen. Das halten die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der CSU für ein gutes Konzept, das es unbedingt verdient weiterzuführen. Um noch mehr Partizipation zu fördern sowie um Barrieren abzubauen, beantragen wir eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Konzeptes und einer Erweiterung dieses Angebots auf weitere Personenkreise.     Antrag: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die CSU Augsburg bitten die Verwaltung zu prüfen, 
  • ob das Konzept Lernort Rathaus auch für Mittelschulen, Realschulen, Berufsschulen angeboten werden kann. 
  • ob das Konzept Lernort Rathaus auch für Sprachschulen und Integrationskurse angeboten werden kann, um auch der Zielgruppe der Neuzugewanderten bzw. Geflüchteten das Funktionieren der Kommunalpolitik näher zu bringen.  
  • ob das Konzept, die Inhalte oder die sprachliche Ausdrucksweise niedrigschwelliger angepasst werden müssen, um auch andere Klassenstufen und Sprachniveaus mitnehmen zu können.  
  • ob das Konzept um digitale Komponenten erweiterbar ist. 
  • ob dafür etwaige Kooperationspartner akquiriert werden müssen, um die Verwaltung dahingehend zu entlasten.
Begründung:  Durch eine solche Öffnung geben wir allen Schüler*innen sowie lernenden Neuzugewanderten die Möglichkeit, gleich von Beginn an demokratische Strukturen und kommunale Politik kennen zu lernen. Es gibt Neu-Augsburger*innen von Anfang an die Möglichkeit, Augsburger Politik zu verstehen und mit den Stadträt*innen in einen direkten Austausch zu kommen. Dies wäre ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr Partizipation und ein Abbau von Barrieren der politischen Partizipation. Gerade für die Kommunalpolitik erscheint dies als ein wichtiger und sinnvoller Schritt, um Politik (jungen) Menschen nahe zu bringen: erstens ist der Stadtrat als kommunales Verwaltungsorgan am direktesten mit den Aufgabenstellungen und Problemen in den Stadtvierteln sowie in den jeweiligen Schulen befasst und dadurch mit den Lebensrealitäten der Jugendlichen bekannt. Zweitens ist die kommunale Ebene aktuell die Einzige, auf der Mitglieder der EU-Staaten nach sieben Jahren Aufenthalt in der Kommune das Wahlrecht für den Stadtrat erhalten. Somit kann es nur im Interesse der Demokratieförderung und des kommunalen Beteiligungsmanagements sein, junge Menschen auch aus anderen Herkunftsländern und mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen explizit anzusprechen, ihnen die Strukturen zu erklären und sie zur Beteiligung einzuladen. Ein weiterer Punkt, der für die Öffnung des LernOrt Rathaus für alle Schulformen spricht, ist der Barriereabbau zwischen Stadträt*innen und Schüler*innen unterschiedlicher Schulformen und Hintergründe. So lernen auch Stadträt*innen neue Lebensrealitäten kennen und werden mit anderen Fragen konfrontiert, als sie die Gymnasiast*innen stellen, welche nur eine Gruppe innerhalb der Schüler*innenschaft abbilden. Damit wird allen Schüler*innen und Lernenden dieselbe Möglichkeit eingeräumt, Fragen und Bitten an Stadträt*innen zu adressieren.

Beteiligte Personen